Interview mit den Regionalvorständen Thomas Hübner und Michael Rapp

„Wir wollen, dass die Kunden immer wieder gerne zu uns kommen“

Die Vereinigte Volksbanken eG ist in der Region mit ihren Zweigniederlassungen in den Kreisen Böblingen und Calw vertreten. Insgesamt sind sechs Zweigniederlassungen angedockt – in Zeiten der Digitalisierung demnach eine Rückbesinnung auf die jeweilige Region. Warum die Vereinigte Volksbanken eG dieses deutschlandweit besondere Konzept verfolgt – darüber haben wir mit den beiden verantwortlichen Regionalvorständen Thomas Hübner (Region Böblingen/Schönbuch) und Michael Rapp (Region Sindelfingen/Calw/Weil der Stadt) gesprochen. Sie werfen zudem einen Blick auf die wichtigsten Themen, die das Institut derzeit bewegen.

Die Vereinigte Volksbanken eG besteht aus sechs regionalen Volksbanken. Warum haben Sie sich für diesen lokal orientierten Weg entschieden – gerade in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung?

Thomas Hübner

Thomas Hübner: Zunächst einmal gibt es nicht mehr den einen Weg zur Bank. Unser Filialnetz mit den einzelnen Niederlassungen ist nur ein Teil davon. Für viele Finanzfragen bieten wir mittlerweile digitale Lösungen an. Es gibt aber noch genug Lebenssituationen unserer Kunden, die einer qualifizierten Beratung bedürfen. In keiner Zweigniederlassung soll es an den jeweiligen Spezialisten für diese Themen fehlen.

Welche Themen sind das zum Beispiel?

Michael Rapp: Das fängt beim Sparen an, das sich mangels Zinsen in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Am Finanzmarkt zu investieren wird zwar immer beliebter, aber unsere Kunden sollen wissen, in was sie da genau investieren. Dann geht es weiter mit der Rentenlücke: Die staatliche Rente wird in Zukunft nicht mehr reichen, da braucht es Alternativen. Dazu kommen Fragen wie: Gegen welche Risiken möchte ich mich absichern, Stichwort Versicherung? Wie finanziere ich eine Wohnung oder ein Haus?

Thomas Hübner: Ganz neu ist das Beratungsfeld der Generationenberatung. In Zeiten, in denen so viel vererbt wird wie noch nie ein wichtiges Thema – und das schon zu Lebzeiten!


Zur Person


Klingt gut. Aber wo liegt der Unterschied zu einer großen, zentral organisierten Bank?

Michael Rapp

Michael Rapp: Das ist ja genau der Punkt. Unsere Organisationseinheiten und Verwaltungsbereiche sind nach wie vor zentral organisiert, das Kundengeschäft allerdings regional. Das bedeutet: Mit Menschen vor Ort für Menschen vor Ort. Wir schaffen den Spagat, eine große und moderne Bank zu sein und dennoch die persönliche Verbindung zu unseren Kunden zu stärken. Unser Anspruch ist es, die regionale Identität der einzelnen Zweigniederlassung zu wahren. Trotz der vielen digitalen Möglichkeiten, die wir aktuell anbieten und weiter verstärken, wollen wir vor Ort weiterhin beste Qualität anbieten. Wir können nicht nur ‚digital‘, sondern auch ‚Mensch‘.

In den vergangenen Monaten gab es viele Gründe für Bankkunden, trotzdem sauer auf die Bank zu sein. Da wären zum einen die Verwahrentgelte…

Thomas Hübner: Dass die Kunden sauer sind, kann ich gut verstehen – wir sind es auch! Und am liebsten wäre uns, gar keine Verwahrentgelte verlangen zu müssen. Die seit Jahren anhaltende
Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schlägt voll durch und wir müssen die uns seit Jahren entstehenden Kosten nun weitergeben. Gleichwohl haben wir großzügige Freibeträge eingeräumt: 100.000 Euro je Kunde. Bei Mitgliedern sogar 200.000 Euro – also das Doppelte.

Ein weiterer Schmerzpunkt ist das Filialnetz. Regionale Nähe und Filialschließungen – wie passt das zusammen?

Michael Rapp: Auf den ersten Blick gebe ich Ihnen recht, wir wollen in der Fläche so gut es geht präsent sein. Dennoch müssen wir auch betriebswirtschaftliche Überlegungen einbeziehen. Kurzum: Ja, wir überprüfen regelmäßig unser Filialnetz. Angesichts des veränderten Kundenverhaltens und dem sich daraus ergebenden deutlich spürbaren Rückgang der Kundenfrequenz vor Ort, können wir nie ausschließen, dass wir in absehbarer Zeit Filialen zumachen müssen. Konkrete Beschlüsse dazu liegen aber derzeit nicht vor.

Ein letzter Gedanke: Warum sind Ihre Kunden nach wie vor gut in Ihrer Zweigniederlassung in der Region aufgehoben?

Thomas Hübner: Weil wir vor Ort alles haben, was für eine ordentliche Finanzplanung notwendig ist. Und weil wir weiterhin als jeweilige Regionalbank erkennbar sind. Meine Berater*innen in den Geschäftsstellen haben alle ein Ziel: Unseren Kunden das Leben leichter machen. In jeder Lebensphase sind Entscheidungen zu Finanzthemen zu treffen, die am besten im persönlichen Miteinander zu klären sind.

Michael Rapp: Ich schließe mich Herrn Hübner an: Unsere Kunden dürfen sich darauf verlassen, dass wir bestens ausgebildete Mitarbeiter*innen vor Ort haben, die den Kundenwunsch in den Mittelpunkt stellen und nicht den schnellen Euro – da dürfen Sie uns beim Wort nehmen. Wir wollen ja, dass die Kunden immer wieder gerne zu uns kommen.

Vielen Dank Ihnen beiden für das Gespräch.